Verkehrsministerium geht mit der Zeit

Immer mehr Bürger benutzen mobile, internetfähige Telefon-Endgeräte – sogenannte Smartphones. Wie der Bundesvogel jetzt aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, möchte auch das Bundesverkehrsministerium dieser Entwicklung Rechnung tragen. Eine komplette Neuordnung der deutschen Gehwege ist geplant.

Inoffizieller Entwurf des Bundesverkehrsministeriums. (Smartphone-Grafik: style-photography.de - Fotolia.com)

Entwurf des neuen Schildes. (Smartphone-Grafik: style-photography.de – Fotolia.com)

(Berlin) Wer sein Smartphone beim Spaziergang bedient, läuft momentan Gefahr, mit anderen Menschen zu kollidieren, die auch ein Smartphone benutzen. Dieser sogenannte SmartCrash hat vor allem dann besonders blutige Folgen, wenn Nutzer eines Android-Produktes mit Nutzern eines Apple-Produktes zusammenstoßen. Besonders schlimm ist es für Anwender eines Windows-Phones, die kurzerhand von ihrem Gegenüber auch noch gedemütigt und ausgelacht werden. Ein Zustand, der “so nicht hinnehmbar ist”, wie ein Mitarbeiter des Verkehrsministeriums dem Bundesvogel auf Nachfrage mitteilte.
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Das Atom-Brüderle

Ich war schon immer dafür, auf einen Mann viele Kameras drauf zuhalten und ihm dabei möglichst viel Alkohol zu geben: Rainer Brüderle. Was die Sperrspitze der FDP in bierseeliger Laune so von sich gibt, kann keine Polit-Propaganda toppen. Das Atomstrom-Moratorium ist nur eine Wahlkampftaktik. Wer hätte das gedacht?

Nun gut, normalerweise belügen uns die Politiker, dass sich die Balken biegen. Um so schöner also, dass Rainer Brüderle endlich mal die Wahrheit spricht, wenngleich im Kreise seiner lieben Freunde vom BDI. Aber was solls: Es ist ja raus gekommen. Und genau deshalb geht der Bundesvogel der Woche diesesmal an unseren Wirtschaftsminister. Bravo! Weiter so.

Und das der stramm bayuwarische BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf (CSU) nun wegen dieser Lappalie seinen Hut nehmen muss? Ach, Bauernopfer! Und es trifft ja auch nicht grad den Falschen. Generell kann man bei den Extremisten von FDP und BDI sagen: Wenn man alle in einen Sack steckt und drauf hat, trifft man nie den Falschen.

Gutti und die Monarchisten

In Hamburg war was los. Etwa 100 Guttenberg-Anhänger wollten sich zum demonstrieren treffen. Dumm nur, das sie unverhofft Unterstützung von tapferen Monarchisten bekamen. Sie schrien: Jetzt oder nie, Monarchie!

Wie in Hamburg so wurden auch bundesweit die schlecht besuchten Pro-Guttenberg-Demonstrationen durch fröhliche Gegendemonstranten gesprengt. Am Ende, so scheint es, setzt sich doch noch die Vernunft im politischen Diskurs durch. Anderseits ist es irgendwie auch komisch, dass zwar fast 600.000 Menschen in der Gutti-Facebook-Gruppe sind, sich am Ende aber doch nur vielleicht 2.000 davon tatsächlich auf die Straße getraut haben. Ist die Liebe zur bayrischen Pomadenmischung am Ende vielleicht doch nicht so groß?

Hier ein ausführlichen Bericht meinerseits zur Gutti-Demo-Hamburg. Nebst kleinem Video. Man möge mir die schlechte Bildqualität verzeihen.

Guttenberg Superstar

Kann es einen schöneren Anlass geben, über die Berliner Republik zu bloggen, als der ganze Skandal um unseren ehemaligen Verteidigungsminister? Freiherr von und zu Guttenberg ist weg vom Fenster – und das halbe Land heult. Deutschland, oh Deutschland – mit den Blendern bist Du einen geradezu faustischen Pakt eingegangen.

Denn mal ehrlich: Kundus-Affäre, Gorch-Fock-Affäre und bei Opel hat Gutti auch nicht wirklich die Welt gerissen. Der Mann ist eine einzige Mogelpackung, ein Aufschneider. Und alle finden es trotzdem prima, denn hey! Immerhin lächelt der Typ doch so nett und bringt Erfrischung in den antiquierten Polit-Stil. Ja, Kai Diekmann heult gar schon rum, dass der Sturz des Lügenbarons mal wieder ein Paradebeispiel für die Volksferne unserer Demokratie sei. Das ich nicht lache.

Lügenbaron Guttenberg

Im Ernst: Guttenberg ist ein Betrüger. Eine Doktorarbeit zu fälschen ist kein Kavaliersdelikt, das man so einfach weglächeln kann. Vielleicht hätte ich persönlich ihm noch verziehen, wenn er zumindest konsequent am ersten Tag die Verantwortung übernommen hätte. Was mich aber so wirklich ärgert, dass ist diese arrogante Salami-Taktik von unserem Goldjungen. Erst alles Abstreiten, dann ein klein Wenig zugeben, dann vorübergehend auf seinen Doktor-Titel verzichten und am Ende, wo das öffentliche Interesse und die Beweislage bereits vernichtend ist, tritt er ab. Das ist nicht ehrlich oder aufrichtig, dass ist der gleiche Mist, den alle Berufspolitiker verzapfen, wenn eine Krise droht.

Kein neuer Typus Politiker

Und deshalb irrt Kai Diekmann auch! Guttenberg ist kein neuer Typus Politiker. Eher ein ziemlich stinknormaler – nur mit dem gewissen Etwas, dass zuletzt Atze Adolf sein Eigen nannte: Charisma. Wenn denn heute auch tausende Menschen für ihn demonstrieren, sich “Wutbürger” auf Facebook solidarisieren und am Ende sogar Eva Hermann mit Guttenberg einen Ritt über die Autobahnen dieser Republik unternehmen möchte – er ist und bleibt, was er nunmal ist: Ein Hochstapler. Abtreten!