Die Auto-Kanzlerin

Angela Merkel (CDU) verteidigte heute ihre Blockadehaltung gegenüber strengen europäischen CO2-Regeln für Autos. Statt auf Verbote zu setzen, möchte sie in der Krise lieber umwelt- und arbeitspolitische Themen unter einen Hut bringen. Der Presse gegenüber erklärte Sie: “Zu meinem Amtsantritt war ich in Grönland. Dort gab es weder Autos noch Arbeitsplätze. Und das Klima war auch ziemlich beschissen. Ich möchte nicht, dass zwischen Kassel und Quakenbrück ein zweites Grönland entsteht.”

Veröffentlicht unter Umwelt

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Verbotene Musik

Ganz Süddeutschland verwandelt sich in ein Sommermärchen. Grund genug, für viele Radiostationen – landauf, landab – über die Musikauswahl nachzudenken. Absolute No-Goes in dieser Saison sind folgende Titel:

  • Wann kommt die Flut – Witt/Heppner
  • Wann wird’s mal wieder richtig Sommer? – Rudi Carell
  • Die Moldau – Smetana
  • Die perfekte Welle – Juli
  • Pack die Badehose ein – Little Cony
  • Spezialitäten von der Donau zum Don – Peter Alexander
  • Alles von Deichkind

Feste feiern, wie sie fallen!

Am 11. März ist es soweit, 1 Jahr Fukushima! Ganz Deutschland freut sich auf die Gedenkparty, in zahlreichen deutschen Metropolen (und Bremen) sind Party-Meilen geplant. Der Herforder Partybedarfshersteller “Lüttje Lager” dazu gegenüber dem Bundesvogel:

Wir haben bereits vor vier Wochen die Produktion von Guy Fawkes-Masken gedrosselt, um Kapazitäten für die steigenenden Nachfrage von Montgomery Burns-Merchandise bereitstellen zu können. Wir sind vorbereitet, also von uns aus kann die Party steigen.

Schmutzkonzern zahlt Schadensersatz!

Der in die Kritik geratene BP-Ölkonzern stellt sich seiner Verantwort und zahlt Privatleuten eine Milliardenentschädigung für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. BP-Chef Bob Dudley dazu:

Die schreckliche Ölkatastrophe hat uns alle wachgerüttelt. Wir möchten vor allem schnelle Hilfen für die zehntausenden Fischer vor Ort garantieren. Statt auf langwierige, finanzielle Transaktionen setzen wir daher auf Naturalien. Der Mitbewerber Shell hats im Niger-Delta vorgemacht: wenn wir unseren Öl-Reichtum mit den Menschen teilen, ihnen über das natürliche Trägemedium Wasser einfach genug davon zur Verfügung stellen, wird jeder seines Glückes eigener Schmied.

Ein großer Schritt, dem der BP-Konzern nun auch Taten folgen läßt. Tauchroboter arbeiten in diesen Stunden daran, die Versiegelung der havarierten Öl-Plattform Deep Water Horizon wieder zu entfernen.

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Energiewende geschafft!

Nach ersten, erfolgreichen Feldversuchen planen die Nato-Staaten jetzt den flächendeckenden Aufbau von Korankraftwerken in Afghanistan. Generalfeldwebel von Rauchhaus dazu gegenüber Bundesvogel:

Koräne bestehen überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen und sind somit CO2-neutral. Zudem setzen sie bei der Verbrennung mehr Energie frei, als sie eigentlich rein stofflich enthalten. Wir prüfen derzeit noch, wie wir das Tosen und Stampfen aufgebrachter Demonstranten möglichst mit hohem Wirkungsgrad in die Netze einspeisen können. Erste Versuche, die auf der Kopplung von Gummizellen mit Piezokristallen basieren, liefern aber vielversprechende Ergebnisse.

Anti-Atom-Demo in Hamburg

Das AKW-Monster frisst die Windenergie.

Das AKW-Monster frisst die Windenergie.

Laut Polizeiangaben gingen heute 1.200 Menschen in der Hamburger Mönkebergstraße vor dem Vattenfall-Gebäude auf die Straße. Ihre Forderung: Abschalten. Ich war dabei.

Grundsätzlich war das eine schöne Demo. Die Reden haben gefallen, wenngleich alles etwas chaotisch. Und das Gerede vom Abschalten des Kapitalismus – nun gut, wir waren ja alle mal jung. Was allerdings auffiel: Es war immer nur von den Opfern der Kernenergie und eben den Gefahren die Rede, kaum ein Wort aber fiel über die Opfer durch Erdbeben und Tsunami. Okay, thematisch hatte die Anti-AKW-Demo in Hamburg auch einen anderen Schwerpunkt, trotzdem.

Den Bundesvogel der Woche bekommt übrigens Frau Merkel für ihr Atom-Moratorium verliehen. Grandioser Schachzug! Sich einfach an die vermeintliche Spitze der Bewegung stellen und zumindest solange warten, bis sich die Wogen wieder glätten (bzw. die Landtagswahlen vorüber sind). Das hat schon guttenbergeske Züge: Wenn ich Fehler mache, diese nicht eingestehen, sondern zu einer Tugend umzukehren.

Mehr Fotos und ein Video von der Demo finden sich im Alster-Blog.

Fukushima und die deutsche Politik

Der Bundesvogel der Woche geht dieses mal an: Die Kernkraftgegner. Geht es nur mir so, oder ist es geschmacklos, im Windschatten der schrecklichen Kernschmelze in Fukushima / Japan nun diese Debatte neu zu entfachen? Für heute sollen sogar Lichterketten geplant sein.

Nur um nicht falsch verstanden zu werden: Auch ich bin gegen Kernenergie. Und das Drama in Fukushima zeigt, warum. Fast aber könnte man meinen, dass es einigen Politikern hierzulande gar nicht so ungelegen kommt, dass die Debatte auf diese schlimme Weise nun neu entfacht wird. Dabei aber muss man doch mal die Kirche im Dorf lassen: Die tektonische Gefahr für Deutschland ist doch … eher gering. In etwa auf einer Stufe mit dem beliebten Szenario, dass ein Terrorist ein Flugzeug kapert und ins Atomkraftwerk reindüst.

Auch hab ich prinzipiell nichts gegen Lichterketten. Es wird ja langsam auch wieder etwas wärmer draußen, da kann man sich schon einmal mit einer Kerze auf die Bundesstraße stellen. Aber ist es nicht etwas – na sagen wir mal – perfide, die Themen “Gegen Atomstrom” und “Trauer für die Opfer in Japan” einfach mal locker, flockig in eine gemeinsame Aktion zu koppeln? Okay, okay – die Lichterkette ist schon was länger geplant. Aber: Würde Sie auch leuchten, wenn in halb Japan derzeit kein Cäsium den Nachthimmel erhellt?!

Ich würde vorschlagen: Das politische erst einmal solange ruhen zu lassen, bis das ganze Ausmaß der Katastrophe deutlich geworden ist. Dann kann man auch anfangen froh zu sein, dass wir zumindest einige dieser Höllenmaschinen hierzulande bereits vom Netz genommen haben.

(siehe auch: Grüne-LichterketteSpiegel-Online, Anti-Atompiraten, Linksparteigänger, Sozen beim Kaffeekranz)