Hoffnungsträger

Vor der Mediengesellschaft:

800 v. Chr. Moses
0 n. Chr. Jesus
600 n. Chr. Mohammed

Kurz vor Ende Mediengesellschaft:

2010 n. Chr. Karl Theodor [...] von und zu Guttenberg:
2011 n. Chr. Philipp Rösler
2012 n. Chr. Christian Lindner

Prophezeiung (in der Bibel zensiert)
Nebel umhüllte den Berg, mit donnernder Stimme tönte es aus den Wolken: “und es wird brennenden Schwefel auf die Erde regnen und treffen all jene, die dereinst so tief fallen, Rainer Brüderle zu Ihrem Propheten zu küren.

Fazit
Ist Rainer Brüderle der Anti-Christ?

Warum nicht? Margot Honecker!

FDJ-Merkel, Kuschel-Antikommunist Gauck – und jetzt auch noch das: Beate Klarsfeld von DDR gesteuert! In Reaktion auf die Durchdringung des bundesrepublikanen Apparates durch den real existierenden Sozialismus fordert der Bundesvogel, lieber gleich reinen Tisch zu machen. Margot Honecker sollte Bundespräsidentin werden! Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • 26 Jahre Berufserfahrung
  • Kurze Bezugsdauer des Ehrensolds
  • Kein westgespülter Pseudo-Ossi
  • Endlich eine Frau!

Mit dem Hashtag #magothoney jetzt endlich die richtige Kandidatin nach Bellevue schicken!

So deutsch ist Hamburg

Der Kriegsklotz am Dammtor in Hamburg.

Neulich beim Ostermarsch. Hunderte Gutmenschen wickeln sich in bunte Tücher, singen Lieder, stänkern gegen Israel. Der übliche Wahnsinn. Noch wahnsinniger aber der Ort, an dem man sich traf: Der sogenannte Kriegsklotz am Bahnhof Dammtor in Hamburg.

“Deutschland muss leben, auch wenn wir sterben müssen” prangt darauf. 1936 von durchgeknallten Nazis errichtet, war das Ding so massiv, dass es den Zweiten Weltkrieg überstanden hat. Und auch als die britischen Besatzungsbehörden das “Heldendenkmal” sprengen wollten, überlebte es: Der Hamburger Senat hat damals alle juristischen Winkelzüge spielen lassen, damit der Kriegsklotz an Ort und Stelle bleibt.

Die begleitende Tafel zum Kriegsklotz. Warum "versehentlich" 1954 noch eine Ehrung stattfand, erklärt diese leider nicht.

 

Bis in die 1970er Jahre hinein ehrte die Bundeswehr an diesem Platz ihren verdienten Kameraden. Außerdem brachte die Hansestadt Hamburg 1954 noch eine Gedenktafel an, die an die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs erinnert. Erst als die Punk-Gruppe Slime den Spruch in “Deutschland muss sterben, damit wir leben können” umdichtete, regte sich Widerstand.

Anfang der 1980er-Jahre baute man dann halbherzig ein Gegendenkmal am selben Platz und weihte alles in eine Art Mahnmal um. Die vier vom Architekten geplanten Denkmäler wurden allerdings nur zur Hälfte verwirklicht, weil anschließend das Geld ausging. Man mag nun darüber streiten, wie generell mit Altlasten aus dem Dritten Reich umzugehen sei. Ich persönlich meine: Sprengen. Aber dieser Hick-Hack, diese halbherzige Ablehnung zeigen, wie absurd es bisweilen ist, Denkmäler umweihen zu wollen.

Das Hermansdenkmal beispielsweise ist auch so ein Fall. Errichtet, um eine Art historische “Wir-Werdung” der Deutschen zu symbolisieren, wurde es vor einigen Jahren in irgendeine europäische Museumsstraße eingebettet und als Denkmal für die Einheit Europas umfunktioniert. Aber das, dass ist eine andere Geschichte.

Dafür aber, dass wir sterben müssen, damit Deutschland leben kann, gibt es doch mal ganz klar den Bundesvogel der Woche! Tolles Ding!

Guttenberg Superstar

Kann es einen schöneren Anlass geben, über die Berliner Republik zu bloggen, als der ganze Skandal um unseren ehemaligen Verteidigungsminister? Freiherr von und zu Guttenberg ist weg vom Fenster – und das halbe Land heult. Deutschland, oh Deutschland – mit den Blendern bist Du einen geradezu faustischen Pakt eingegangen.

Denn mal ehrlich: Kundus-Affäre, Gorch-Fock-Affäre und bei Opel hat Gutti auch nicht wirklich die Welt gerissen. Der Mann ist eine einzige Mogelpackung, ein Aufschneider. Und alle finden es trotzdem prima, denn hey! Immerhin lächelt der Typ doch so nett und bringt Erfrischung in den antiquierten Polit-Stil. Ja, Kai Diekmann heult gar schon rum, dass der Sturz des Lügenbarons mal wieder ein Paradebeispiel für die Volksferne unserer Demokratie sei. Das ich nicht lache.

Lügenbaron Guttenberg

Im Ernst: Guttenberg ist ein Betrüger. Eine Doktorarbeit zu fälschen ist kein Kavaliersdelikt, das man so einfach weglächeln kann. Vielleicht hätte ich persönlich ihm noch verziehen, wenn er zumindest konsequent am ersten Tag die Verantwortung übernommen hätte. Was mich aber so wirklich ärgert, dass ist diese arrogante Salami-Taktik von unserem Goldjungen. Erst alles Abstreiten, dann ein klein Wenig zugeben, dann vorübergehend auf seinen Doktor-Titel verzichten und am Ende, wo das öffentliche Interesse und die Beweislage bereits vernichtend ist, tritt er ab. Das ist nicht ehrlich oder aufrichtig, dass ist der gleiche Mist, den alle Berufspolitiker verzapfen, wenn eine Krise droht.

Kein neuer Typus Politiker

Und deshalb irrt Kai Diekmann auch! Guttenberg ist kein neuer Typus Politiker. Eher ein ziemlich stinknormaler – nur mit dem gewissen Etwas, dass zuletzt Atze Adolf sein Eigen nannte: Charisma. Wenn denn heute auch tausende Menschen für ihn demonstrieren, sich “Wutbürger” auf Facebook solidarisieren und am Ende sogar Eva Hermann mit Guttenberg einen Ritt über die Autobahnen dieser Republik unternehmen möchte – er ist und bleibt, was er nunmal ist: Ein Hochstapler. Abtreten!