
Der Kriegsklotz am Dammtor in Hamburg.
Neulich beim Ostermarsch. Hunderte Gutmenschen wickeln sich in bunte Tücher, singen Lieder, stänkern gegen Israel. Der übliche Wahnsinn. Noch wahnsinniger aber der Ort, an dem man sich traf: Der sogenannte Kriegsklotz am Bahnhof Dammtor in Hamburg.
“Deutschland muss leben, auch wenn wir sterben müssen” prangt darauf. 1936 von durchgeknallten Nazis errichtet, war das Ding so massiv, dass es den Zweiten Weltkrieg überstanden hat. Und auch als die britischen Besatzungsbehörden das “Heldendenkmal” sprengen wollten, überlebte es: Der Hamburger Senat hat damals alle juristischen Winkelzüge spielen lassen, damit der Kriegsklotz an Ort und Stelle bleibt.

Die begleitende Tafel zum Kriegsklotz. Warum "versehentlich" 1954 noch eine Ehrung stattfand, erklärt diese leider nicht.
Bis in die 1970er Jahre hinein ehrte die Bundeswehr an diesem Platz ihren verdienten Kameraden. Außerdem brachte die Hansestadt Hamburg 1954 noch eine Gedenktafel an, die an die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs erinnert. Erst als die Punk-Gruppe Slime den Spruch in “Deutschland muss sterben, damit wir leben können” umdichtete, regte sich Widerstand.
Anfang der 1980er-Jahre baute man dann halbherzig ein Gegendenkmal am selben Platz und weihte alles in eine Art Mahnmal um. Die vier vom Architekten geplanten Denkmäler wurden allerdings nur zur Hälfte verwirklicht, weil anschließend das Geld ausging. Man mag nun darüber streiten, wie generell mit Altlasten aus dem Dritten Reich umzugehen sei. Ich persönlich meine: Sprengen. Aber dieser Hick-Hack, diese halbherzige Ablehnung zeigen, wie absurd es bisweilen ist, Denkmäler umweihen zu wollen.
Das Hermansdenkmal beispielsweise ist auch so ein Fall. Errichtet, um eine Art historische “Wir-Werdung” der Deutschen zu symbolisieren, wurde es vor einigen Jahren in irgendeine europäische Museumsstraße eingebettet und als Denkmal für die Einheit Europas umfunktioniert. Aber das, dass ist eine andere Geschichte.
Dafür aber, dass wir sterben müssen, damit Deutschland leben kann, gibt es doch mal ganz klar den Bundesvogel der Woche! Tolles Ding!